Knoblauch-Wissen
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, um Knoblauch zu stecken – im Herbst oder im Frühjahr?
Die beste Zeit zum Knoblauchstecken ist im Herbst, zwischen Oktober und November. Als Merkhilfe tragen wir uns meist den 10. Oktober im Kalender ein. Dann hat der Knoblauch vor dem Winter noch genau genug Zeit, um Wurzeln und erste grüne Triebe auszubilden. Gleichzeitig ist es schon kalt genug, sodass er nicht zu stark wächst – das wäre wiederum schlecht, um den eisigen Winter zu überstehen.
Die winterliche Kälte (Vernalisation) regt die Knoblauchpflanze dann dazu an, im Frühling sofort kraftvoll durchzustarten.
Kann man normalen Knoblauch aus dem Supermarkt einpflanzen?
Grundsätzlich kann man Knoblauch aus dem Supermarkt zwar einpflanzen, man muss aber stark auf seine Herkunft achten. Knoblauch aus China, Spanien oder Frankreich wächst bei uns in Österreich eher schlecht, da unser Klima deutlich anders ist. Mit österreichischem Knoblauch funktioniert der Anbau schon besser, industrielles Saatgut ist aber oft nicht so gut für die Weitervermehrung über die Zehen geeignet.
Darum ist es am besten, zu regionalem und natürlichem Saatgut zu greifen. Hier lassen sich die gesunden, großen Zehen einer Knoblauchknolle über Jahre hinweg super weitervermehren. Zudem ist regionales Saatgut optimal an das vorherrschende Klima angepasst, kann sich bestens entwickeln und zu großen Knoblauchknollen heranwachsen.
Wann ist Knoblauch erntereif und woran erkennt man das?
Je nach Sorte und Klima ist Knoblauch meist zwischen Mitte Juni und Mitte Juli erntereif. Thai und Garpek zum Beispiel sind frühe Sorten, Ljubascha und Litauischer sind meist am spätesten reif.
Sobald die unteren 4 bis 5 Blätter bzw. etwa zwei Drittel des Laubs gelb-braun verfärbt und abgetrocknet sind, weiß man, dass der Knoblauch geerntet werden kann. Ein paar Blätter müssen aber auf jeden Fall noch grün sein: Sie bilden die einzelnen Hüllschichten der Knoblauchknolle aus und sorgen für eine längere Haltbarkeit.
Erntest du zu früh, hätten die Knollen noch größer werden können. Erntest du zu spät, sind die schützenden Hüllblätter ebenfalls schon braun und verdorben, die einzelnen Zehen liegen frei und platzen auf. Dadurch ist der Knoblauch optisch nicht mehr schön und seine Haltbarkeit ist stark verkürzt.
Wie lagert man Knoblauch richtig – und warum nicht im Kühlschrank?
Knoblauch lagert man am besten dunkel, trocken und gut belüftet bei etwa 12 bis 18 °C – zum Beispiel im Papiersack, im Tontopf oder im Vorratskorb –, keinesfalls aber im Kühlschrank.
Im Kühlschrank ist es meist zu kalt, und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für die Knoblauchknolle wirkt diese Kälte wie ein künstlicher Winter: Sie schaltet auf Wachstum um, und die Zehen beginnen auszutreiben. Zudem fördert das Kondenswasser im Kühlschrank Schimmelbildung.
Ideal ist eine trockene Speisekammer oder ein luftiger, trockener Kellerraum. Ganze Knollen halten sich so problemlos viele Monate; einmal aufgebrochene Knollen sollten zeitnah verbraucht werden.
Wie tief und mit welchem Abstand steckt man Knoblauchzehen?
Wir stecken unsere Knoblauchzehen meist etwa 5 cm tief in die Erde. Als einfache Regel gilt: Über der Zehe sollte noch einmal so viel Erde liegen, wie die Zehe hoch ist.
Wichtig ist, dass ihr die Zehe mit der Spitze nach oben (und der Basalplatte nach unten) steckt. Vor allem bei Hardneck-Sorten ist das extrem wichtig, da sich der Stängel nur direkt nach oben ausbilden kann. Wurde die Zehe falsch herum gesetzt, wächst der Stängel nach unten und findet kaum den Weg ans Licht – die Pflanze kann sich dann nicht richtig entwickeln.
Als Pflanzabstand verwenden wir etwa 20 cm in und zwischen den Reihen. Ausreichend Platz ist wichtig, damit die Knollen möglichst groß werden können, aber auch, damit die Blätter gut belüftet sind und nach dem Regen rasch abtrocknen. Das beugt Pilzkrankheiten vor.
Warum bildet mein Knoblauch Blütenstängel und muss man diese entfernen?
Alle Hardneck-Sorten bilden etwa Ende Mai bis Anfang Juni einen Blütenstängel aus. Theoretisch würden sich in der Blüte kleine Brutzwiebeln bilden, die im nächsten Jahr zu kleinen Mini-Knoblauchknollen heranwachsen. Lässt man die Blüten aber ausreifen, steckt die Pflanze ihre gesamte Energie in die Blüte – die Knolle in der Erde wird kaum mehr versorgt und bleibt extrem klein. Da wir natürlich große Knoblauchknollen ernten möchten, schneiden wir die Blütenstängel so früh wie möglich ab.
Übrigens sind die Blütenstängel (Garlic Scapes) vor allem in den USA und in Asien eine echte Delikatesse. Kurz mit etwas Öl in der Pfanne angebraten, schmecken sie richtig lecker und erinnern an frischen grünen Spargel mit feinem Knoblaucharoma.
Bei den industriell verwendeten Knoblauchsorten wurde der Blütenstängel weggezüchtet, da es im großflächigen Anbau nicht möglich ist, alle Blütenstängel zu entfernen. So entstanden die sogenannten Softneck-Sorten. Diese sind jedoch meist weniger aromatisch und weniger intensiv in Geschmack und Schärfe als die Hardneck-Sorten.
Welchen Boden, Standort und Dünger braucht Knoblauch?
Knoblauch braucht einen vollsonnigen, luftigen Standort und einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Staunässe sollte möglichst vermieden werden, da die Knollen sonst zu faulen beginnen können.
Da Knoblauch ein Starkzehrer ist, freut er sich über eine kräftige Düngung zu Beginn des Frühlings.
Warum bekommt mein Knoblauch im Frühjahr gelbe Blattspitzen?
Für gelbe Blattspitzen gibt es meist mehrere Gründe. Der häufigste ist ein kurzer Nährstoffmangel nach dem Winter – das lässt sich mit einer raschen, guten Düngung schnell ausgleichen.
Außerdem bedeutet der ständige Temperaturwechsel zwischen eiskalten Nächten und schon milden, sonnigen Tagen großen Stress für die Pflanze, was sich ebenfalls in gelben Blattspitzen zeigt. Und nach dem Winter ist der Boden oft etwas zu feucht – hier hilft schon eine sanfte Bodenlockerung.
